Branchenverzeichnisse Deutschland: Linkstatus 2026

Ein Eintrag in einem Branchenverzeichnis ist schnell angelegt. Ob er für die Sichtbarkeit in der Suche etwas bringt, entscheidet sich an drei Stellen, die man von außen nachmessen kann. Wir tun das regelmäßig für die Verzeichnisse, in denen die hier gelisteten Unternehmen stehen — und veröffentlichen das Ergebnis.

Der aktuelle Stand: Von 24 geprüften Eintragsseiten geben zehn einen Link weiter, der zählt. Bei den übrigen vierzehn steht der Eintrag da, sieht aus wie ein Backlink und wirkt trotzdem nicht: zwei Seiten bitten Google ausdrücklich, sie nicht aufzunehmen, eine setzt den Link auf nofollow, drei zeigen im Quelltext gar keinen Link auf die Unternehmenswebsite, fünf sperren automatisierte Abrufe aus, und zwei Portale gibt es nicht mehr.

Die drei Fragen, auf die es ankommt

Ist die Seite erreichbar? Klingt banal, ist es nicht. Verzeichnisse werden eingestellt, Betreiber wechseln, Profilseiten verschwinden. Der Eintrag von damals liegt dann auf einer Adresse, die nichts mehr ausliefert. Beides ist in unserer Stichprobe vorgekommen.

Darf die Seite in den Index? Viele Verzeichnisse setzen auf ihren Profilseiten die Anweisung noindex. Damit sagt der Betreiber der Suchmaschine: Nimm diese Seite nicht in deinen Index auf. Ein Link von einer Seite, die gar nicht im Index steht, wird von der Suchmaschine nicht als Empfehlung gewertet. Für den Eintragenden ändert sich äußerlich nichts — die Seite sieht im Browser völlig normal aus.

Gibt der Link Empfehlungskraft weiter? Trägt der Link das Attribut rel=“nofollow“, ugc oder sponsored, sagt der Betreiber der Suchmaschine sinngemäß: Zähl diesen Link nicht als Empfehlung. Viele große Portale machen das grundsätzlich so — nicht aus Bosheit, sondern weil sie sich vor gekauften Links schützen. Der Eintrag kann trotzdem sinnvoll sein, weil Menschen ihn finden. Für die Suchmaschinenoptimierung bringt er nichts.

Branchenverzeichnisse im Prüfstand

VerzeichnisArtEintragLinkweitergabeBei GoogleErreichbarGeprüft
agentur.deagentur.deAgenturverzeichnisSelbsteintragdofollowindexierbarja07.09.2026
AISEOMateaiseomate.comJunges Portal, geringe ReichweiteAgenturverzeichnisSelbsteintragdofollowindexierbarja07.09.2026
AutoReserveautoreserve.comEintrag entsteht ohne Zutun des BetriebsGastronomieportalDatenübernahmedofollowindexierbarja07.09.2026
Branchen-Infohuerth.branchen-info.netNur die Firmenprofil-Seite ist indexierbar, die Kurzübersicht nichtStadtbranchenbuchSelbsteintragdofollowindexierbarja07.09.2026
Infobelinfobel.comFirmendatenbankSelbsteintragdofollowindexierbarja07.09.2026
Limovermietunglimovermietung.deAufnahme nach Absprache mit dem BetreiberBranchenportalRedaktionelldofollowindexierbarja07.09.2026
ProvenExpertprovenexpert.comBewertungsportalSelbsteintragdofollowindexierbarja07.09.2026
speisekarte.despeisekarte.deGastronomieportalSelbsteintragdofollowindexierbarja07.09.2026
Stadtbranchenbuchhuerth.stadtbranchenbuch.comSeite ist indexierbar, taucht in Stichproben aber nicht in den Suchergebnissen aufStadtbranchenbuchSelbsteintragdofollowindexierbarja07.09.2026
Vom Hofladenvomhofladen.deBranchenportalSelbsteintragdofollowindexierbarja07.09.2026
Das Örtlichedasoertliche.deTelefon- und BranchenbuchSelbsteintragnofollowindexierbarja07.09.2026
Gelbe Seitengelbeseiten.deInhalte werden per JavaScript nachgeladen und sind von außen nicht prüfbarTelefon- und BranchenbuchSelbsteintragnicht messbarindexierbarja07.09.2026
GoYellowgoyellow.dePortal wurde eingestelltBranchenbuchDatenübernahmenicht messbarkeine Antwort07.09.2026
Restaurant Gururestaurantguru.comGastronomieportalDatenübernahmekein Linkindexierbarja07.09.2026
Sortlistsortlist.deAgenturvermittlungSelbsteintragkein Linkindexierbarja07.09.2026
TrustLocaltrustlocal.deRegionalverzeichnisDatenübernahmekein Linkindexierbarja07.09.2026
Creditreform Firmeneintragfirmeneintrag.creditreform.deWirtschaftsauskunftDatenübernahmekein LinkBot-Schutz07.09.2026
Cylexweb2.cylex.deBranchenbuchSelbsteintragkein LinknoindexBot-Schutz07.09.2026
Kölner Branchenkoelnerbranchen.deRegionalverzeichnisDatenübernahmedofollownoindexja07.09.2026
RocketReachrocketreach.coB2B-DatenbankDatenübernahmekein LinknoindexBot-Schutz07.09.2026
WeShopLocalweshoplocal.deRegionalverzeichnisDatenübernahmedofollownoindexja07.09.2026
Yelpyelp.comBewertungsportalSelbsteintragkein LinkBot-Schutz07.09.2026
ZoomInfozoominfo.comB2B-DatenbankDatenübernahmekein LinkBot-Schutz07.09.2026
Firmenschaufirmenschau.comBranchenverzeichnisDatenübernahmekein LinkHTTP 40407.09.2026

So entstehen die Werte: Wir rufen zu jedem Verzeichnis eine echte Eintragsseite ab und lesen aus, was dort steht: den HTTP-Status, die Angabe robots im Quelltext und ob der Link auf die Website des Unternehmens ein rel-Attribut trägt. dofollow heißt: Der Link gibt Empfehlungskraft weiter. noindex heißt: Die Seite bittet Google ausdrücklich, sie nicht aufzunehmen — ein Eintrag dort wirkt für die Suche nicht. Bot-Schutz heißt: Die Seite antwortet Programmen nicht, im Browser ist sie erreichbar; solche Einträge lassen sich von außen nicht bewerten. Zuletzt geprüft am 07.09.2026.

Vier Muster, die immer wieder auftauchen

Das regionale Branchenbuch auf noindex. Zwei Portale in unserer Liste verlinken die Unternehmenswebsite sauber und ohne nofollow — setzen die Profilseite aber selbst auf noindex. Der Link geht damit ins Leere. Wer solche Einträge zählt, führt eine Statistik über Links, die niemand sieht.

Der Eintrag ohne Link. Drei Profilseiten in unserer Stichprobe nennen das Unternehmen mit Adresse und Telefonnummer, aber die Website steht nicht als Link im Quelltext. Manchmal wird sie erst nach einem Klick nachgeladen, manchmal ist sie dem zahlenden Tarif vorbehalten. Aus Sicht der Suchmaschine existiert der Link nicht.

Die Datenbank, die keine Programme einlässt. Fünf Anbieter antworten automatisierten Abrufen mit einer Sperre. Im Browser ist die Seite erreichbar, von außen prüfbar ist sie nicht. Das ist das gute Recht des Betreibers — es bedeutet aber, dass niemand, auch der Eingetragene nicht, verlässlich sagen kann, was dort steht.

Das Profil, das man nie angelegt hat. Ein erheblicher Teil der Einträge, die in einer Backlink-Auswertung auftauchen, wurde nie von jemandem angelegt. Wirtschaftsauskunfteien und B2B-Datenbanken übernehmen Firmendaten aus öffentlichen Registern. Diese Profile lassen sich selten löschen und meist nicht verbessern.

Was das für die Praxis heißt

Die Zahl der Einträge sagt wenig. Zehn brauchbare Quellen wirken mehr als fünfzig Profile, von denen die Hälfte auf noindex steht. Wer Einträge anlegt, sollte deshalb nach dem Anlegen einmal nachsehen — und nach einem Jahr noch einmal, weil Betreiber ihre Einstellungen ändern, ohne das anzukündigen.

Drei Dinge, die sich lohnen: die eigenen Bestandseinträge einmal durchgehen, statt neue anzulegen. Branchennahe Portale den allgemeinen Sammelverzeichnissen vorziehen, weil dort auch Menschen suchen. Und Einträge, die nur aus Firmenname und Adresse bestehen, mit einem eigenen Text versehen — eine Seite ohne eigenen Inhalt hat es im Index ohnehin schwer.

Wie wir prüfen

Zu jedem Verzeichnis nehmen wir eine echte Eintragsseite, nicht die Startseite des Portals. Ein Programm ruft sie ab und liest drei Dinge aus: den HTTP-Status, die robots-Angabe in Quelltext und Kopfzeilen sowie alle Links, die auf die Website des eingetragenen Unternehmens zeigen, samt ihrem rel-Attribut. Die Prüfung wiederholt sich automatisch, die Tabelle zeigt das Datum des letzten Laufs.

Was diese Methode nicht kann: Inhalte bewerten, die erst per JavaScript nachgeladen werden — sie sind im ausgelieferten Quelltext nicht enthalten. Sie sagt auch nichts darüber, ob eine Seite tatsächlich im Index steht; sie zeigt nur, ob der Betreiber die Aufnahme erlaubt. Und sie beschreibt eine Beispielseite je Portal, nicht das gesamte Portal. Große Verzeichnisse behandeln kostenlose und bezahlte Profile unterschiedlich.

Die Liste wächst mit dem Verzeichnis: Jedes Portal, das bei einem Eintrag hier auftaucht, wandert in die Prüfung. Fehlt ein Verzeichnis, das Sie interessiert, schreiben Sie uns — wir nehmen es auf.